Da möchte man doch nur noch schrill schreien: "Das glaub' ich ja jetzt nüüscht!" Da steht also z.B. ein Barkeeper am Tresen und öffnet stolz seinen Chemiebaukasten, wos so allerlei Zeug gibt wie CO2-Patronen, pulverisiertes Blattgold, Algenpulver zum Andicken von Flüssigkeiten, Chemikalien noch und noch, deren Vornamen ich nicht kenne. Dann kocht er Organgensaft 2 Stunden lang, dickt den kleinen Rest nicht verdunsteter Flüssigkeit mit Algenpulver an. In der Zwischenzeit ist Campari, ebenfalls mit Algen verrührt, schockgefrostet worden in einem netten kleinen Förmchen. Dieser Glibber wird nun auf eine Sicherheitsnadel gespießt, in den Orangenglibber getaucht und mit gefrosteten Mangosplittern bestreut und nun endlich auf einem kleinen Löffelchen zum Verzehr serviert.
Nun frage ich mich, wozu das Ganze? Na gut, du brauchst deinen Campari Orange jetzt nicht mehr zu trinken, sondern kannst ihn vom Löffel lutschen. Das ist vielleicht für Alkoholiker interessant, weil die sich nun nicht mehr vorwerfen lassen müssen, zu viel zu trinken. Aber sonst?
Manchmal betrachte ich mir diese galoppierende Sinnlosigkeit doch auch wieder fasziniert, fast bewundernd. Es ist irgendwie kein Ende abzusehen für die kreative Entwicklung von immer mehr immer Unbrauchbarerem und obendrein Ungesünderem.
Hätte man den Jungs in der Kindheit anständige Chemiebaukästen geschenkt oder ihnen wenigstens einen interessanten Chemieunterricht geliefert - da könnten sie heute vielleicht was Besseres mit ihrer Energie anfangen. Vielleicht aber auch nicht.
Ach, was reg ich mich auf!? Jetzt trink ich mir erstmal einen, um den ganzen Glibberkram zu vergessen. Prost.